Besonderes

Westfalen Culinarium mit Käsemuseum, Brotmuseum, Schinkenmuseum sowie Bier- und Schnapsmuseum

Dienstag, den 6. Juli 2010

Westfalen erleben und die fünf westfälischen Grundnahrungsmittel genießen: Die nordrhein-westfälische Käsestadt Nieheim bietet seinen Gästen einen höchst attraktiven kulinarischen Meilenstein. Hinter dem Westfalen-Culinarium verbergen sich folgende für jung und alt interessante Mitmach-Museen:

  • Deutsches Käsemuseum
  • Westfälisches Brotmuseum
  • Westfälisches Schinkenmuseum
  • Westfälisches Bier- und Schnapsmuseum

Alle Museen und Shops sind von Mittwoch bis Sonntag von 10.00 bis 19.00 Uhr geöffnet.

Nähere Informationen zum Westfalen Culinarium finden Sie hier.

Dieter Kraemers “Alltägliches” in Berlins Galerie Poll

Donnerstag, den 15. April 2010

Die aktuelle Ausstellung Dieter Kraemer – Alltägliches zeigt in der Galerie Poll in Berlin vom 13. März bis 22. Mai 2010 unter anderem fein komponierte Stilleben, die sich mit dem Thema Speise beschäftigen, insbesondere mit Spezialitäten aus Italien, wo der Künstler einige Jahre verbachte.

courtesy Galerie Poll

“Unbeeindruckt von den künstlerischen Entwicklungen der letzten Dekaden malt Dieter Kraemer seit mehr als zwanzig Jahren Stilleben. Neben Alltagsszenen, Stadt- oder Landschaftsansichten sind es damit vor allem die täglichen Dinge des Lebens, die der Maler auf die Leinwand bannt und sie der Gewöhnlichkeit entreißt. Das Banale und Vergängliche weist in der künstlerischen Aneignung über sich hinaus und wird zum Gegenstand zweckfreier Wahrnehmung, zum Bedeutungsträger für das Einzigartige und Unvergängliche.“
Ulli Seegers, Auszug aus: Dieter Kraemer, Natura morta, Köln 1999

courtesy Galerie Poll

Dieter Kraemer, 1937 in Hamburg geboren, nimmt dort 1957 sein Studium an der Hochschule für bildende Künste auf, das er ab 1959 an der Hochschule für bildende Künste Berlin fortsetzt und als Meisterschüler von Hann Trier beendet. Kraemer war Anfang der 60er Jahre, als das deutsche Informel in Hochblüte stand, einer der ersten, der sich auf die Neue Sachlichkeit bezog – jene kurze, fast vergessene Epoche Ende der 20er und 30er Jahre, die 1933 mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten endete. Kraemer orientierte sich statt an Pollock an Beckmann und anderen Malern der neuen Sachlichkeit, die er sich als Vorbild für seinen in dieser Zeit inopportunen Realismus nahm, und ebnete damit den Weg für den sogenannten Neuen oder Kritischen Realismus in Berlin. 1963 wird er an die Kölner Werkschule berufen, wo er 1973 eine Professur an der Fachhochschule Köln im Fachbereich Kunst erhält. Von 1993 bis 2003 wirkt er ebenfalls als Professor an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Der Künstler lebt und arbeitet in Köln.

courtesy Galerie Poll

Kraemers Arbeiten zeigen konkrete Darstellungen im alltags- und freizeitorientierten Kontext; er malt, was ihn umgibt und bewahrt es in einer stillebenhaften Inszenierung: Käse, Brot, Blicke aus dem Fenster, Maschinen und Menschen, die er mit einer Portion Ironie und Gesellschaftskritik in Szene setzt. Seine Bilder sind Zeitzeugen und Zeitdokumente. So erzeugt der Künstler als Chronist seiner Zeit eine dichte Authentizität in seinen direkten und unprätentiösen Darstellungen.

Das Stilleben gibt der Gattung Malerei heute zwar scheinbar keine neuen Impulse, doch sie führt sie zurück zu ihren Wurzeln: zur Beobachtung und stillen Wiedergabe der Dinge. Und genau dies ist in einem Zeitalter, das geprägt ist von Schnellebigkeit und multimedialer Kunst und Kommunikation, umso mehr ein aktuelles und vor allem dankbares Motiv.

Galerie Poll
Anna-Louisa-Karsch-Straße 9
(am Garnisonkirchplatz)
D-10178 Berlin-Mitte
Öffnungszeiten: Di bis Fr 11-18 Uhr, Sa 11-16 Uhr

courtesy Galerie Poll

Verwegen Kochen

Dienstag, den 2. Juni 2009

41vyp0cgxel_sl160_pisitb-sticker-arrow-bigtopright35-73_ou03_.jpgJede Tradition war am Anfang neu, wegweisend und verwegen

In der öffentlichen Wahrnehmung stehen Zubereitungen mit flüssigem Stickstoff exemplarisch für die Molekularküche. Das liegt in erster Linie an den eindrucksvollen Bildmotiven, die sich im Zusammenhang mit der Anwendung dieser Technik schaffen lassen und die über Presse und Fernsehen transportiert werden. Gäste, die beim Verkosten von kryogenen Stickstoffzubereitungen aus der Nase dampfen wie eine P8-Lokomotive aus dem Jahre 1911 bei Tempo 100, sind natürlich beliebte Fotomotive. Sorgte Mitte des letzten Jahrhunderts noch das flambierte Crêpe Suzette für Aaahs und Ooohs am Tisch, ist es heute das Nitro. In Wahrheit geben Stickstofftechniken aber nur einen sehr kleinen und höchst unrepräsentativen Eindruck von dem wieder, was molekular inspiriertes Kochen tatsächlich ausmacht. Das sollte – bei allem Vergnügen, die Nitros dem Gast in der Regel bereiten – im Bewusstsein aller Beteiligten verankert sein. Kochen und Spaß oder vielmehr Haute Cuisine und Freude am Essen wie passt das zusammen? Die New Daring Cooks lieben das Spiel mit den Widersprüchen, genießen die überraschten Augenblicke der Gäste, die über die Kreationen staunen und rätseln. Wer möchte nicht auch wissen wie ein heißes Eis funktioniert, Geschmacksexplosionen realisiert werden und eine Spannung im Essen auftaucht die wir über Jahre vermisst haben. Essen ist wieder mehr als bloße Aufnahme von
Nahrung. Es ist ein sinnliches Erlebnis. Die Aufmerksamkeit der Gäste ist in die Restaurants zurückgekehrt. Nicht auf die Ansammlung ewiger Kochwahrheiten kommt es an, sondern auf Fortschritt durch kulinarische Revolutionen. Es liegt in der Natur der revolutionären Sache, dass auch kulinarische Umwälzungen in einer Atmosphäre heftigen Widerstreits zwischen Bewahrern und Erneuern passieren. Vor allem die Bewahrer fahren schweres Geschütz auf und schrecken auch vor einer Diskreditierung von Molekularer Gastronomie und New Daring Cuisine nicht zurück. Mit Laborküche und chemischer Keule hat die neue Avantgardeküche jedenfalls so viel zu tun wie der Verzehr von Haribo Goldbären mit Verstößen gegen das Washingtoner Artenschutzabkommen.

Mit der so genannten molekularen Küche begründen ihre Köche eine neue Tradition. Eine Tradition, die Wissenschaft und Küche miteinander verbindet. Wir befinden uns mitten in der dritten Kochrevolution nach der Einführung des Menüservice durch Escoffier um 1900 und der Nouvelle Cuisine in den 70er Jahren. Mit der molekularen Küche erleben wir gerade die Geburt eines neuen Kochverständnisses, das Wissenschaft und Kochhandwerk zum ersten Mal in der Geschichte so eng miteinander verbindet. Es entsteht eine sprachliche Emulsion aus culinary arts und food technology die in dem Begriff Culinology zusammengefasst wird. Kochen und forschen ergänzen sich zu einer Kochwissenschaft, die das Wissen um den Geschmack und die Produkte zur natürlichen Steigerung der Qualität einsetzt.

Nicht der naturidentische Geschmack, sondern der unverfälschte, intensive natürliche Geschmack und dessen Bewahrung stehen im Vordergrund. Die Wissenschaft liefert hier ihre Verfahren, die eben einen solchen Geschmack ohne künstliche Zusätze haltbar machen.

In Tagen, in denen Kochen öffentlich und populär ist, melden sich viele selbsternannte Experten zu Wort und urteilen meist polarisierend ohne den notwendigen Sachverstand. Über Geschmack lässt sich ja nicht streiten oder vielleicht doch? Wir forschenden Köche nehmen unsere Passion sehr ernst. Mit der molekularen Küche wird keine Kunstform etabliert die Profitziele verfolgt. Vielmehr folgen wir unserer Neugier, tragen unserer Offenheit Rechnung, bauen auf Traditionen den Fortschritt , haben Freude an der Kreativität und lassen uns von der Natur mit ihren Produkten und Gesetzen immer wieder gern herausfordern.

Kochwissen

Hier finden Sie in unregelmäßigen Abständen Tipps, Tricks und Produktvorschläge rund um das Thema Kochen.


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